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Qualitätsrichtlinien - Plattform Fenster und Fensterfassaden - Ausgabe 2018, Version 5.0

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  • Fenstern
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  • Isolierglas
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  • Bedingt
  • Fenster
  • Merkmal

1.17.6

1.17.6 Temperatur-Schwankungen: Nacht-Temperaturabsenkungen lassen die rel. Luftfeuchte hoch schnellen. Langes Lüften u. Fenster- Kippstellung kühlen diese und den Umgebungsbereich aus. Beides kann zu Kondensation führen. Wenn nicht oder wenig beheizte Räume durch Luft aus wärmeren Räumen erwärmt werden, kommt es an den kälteren Oberflächen zu Kondensatbildung. 1.17.7 Luftbewegung: Gut gedämmte Gebäude und damit verbunden geringer Heizwärmebedarf bewirken wenig Luftzirkulation (Konvektion). Bei Fußbodenheizungen wird diese durch zusätzliche Bodenbeläge und durch Möbel verstellte Bodenflächen weiters reduziert. Innenfensterbänke, Vorhänge, Innen- Jalousien, tiefe Fensterlaibungen und mit Gegenständen verstellte Fenster schränken Warmluft-Zutritt zu den Fenstern ein. Somit sinkt die Oberflächentemperatur und es steigt die Tendenz zu Kondensation. 1.17.8 Hygienische Mindestluftwechselrate: Alle 3 Std. sollte die gesamte Raumluft von normal frequentierten Wohnräumen ausgetauscht werden, um Geruch-, Staub-, Mikroorganismen- und CO2- Belastung zu verhindern. 1.17.9 Bauelemente Fenster und Türen sind vergleichsweise dünne Bauelemente in der Außenhülle, welche aufgrund ihrer vielfältigen Anforderungen und Funktionen hinsichtlich Wärmedämmung nicht so weit optimiert werden können, wie dicke Böden, Wände, Decken und Dächer. Deshalb erlaubt die Norm auftretende Kondensation an Fenstern und Türen. 1.17.10 Kritische Kondensations-Stellen 1.17.10.1 Raumseitig am Glas: Der Glasrandbereich stellt den wärmetechnischen Engpass dar, weil dort über den Randverbund- Abstandhalter die Wärme besser nach außen geleitet wird, als durch das auf Abstand gehaltene Mehrscheiben-Glas und das Fenster-Rahmenmaterial unmittelbar daneben. Zusätzlich bilden die schräg nach innen vorspringenden unteren Flügelprofile eine Warmluft-Anström- Barriere und der untere Glasrandbereich kühlt folglich verstärkt aus. 1.17.10.2 An den Dichtungen und in den Fälzen: Die undichtesten Stellen in der Gebäudehülle sind die Öffnungs-Stellen, also die Fugen/Dichtungen zwischen Fensterstock- und Flügel. Warme Luft steigt im Haus auf, saugt Frischluft im unteren Stockwerk an („Zuluft-Fenster“) und wird oben hinausgedrückt („Abluftfenster“). Auf dem Weg durch die Fugen nach außen kühlt die Luft ab und Wasser fällt aus. Je nach Außentemperatur kann es bis zum Vereisen kommen. Stand der Technik ist deshalb bei Fenstern eine innere Flügel-Überschlagsdichtung, welche den Zutritt der Raumluft zur kälteren Mitteldichtung einschränkt. Nach wie vor bleiben jedoch vor allem die Ecklager- Durchbrüche und Doppelflügel-Mittelpartie relativ offene Dampfdruckwege. 1.17.10.3 Außenseitig am Glas: Der Wärmedämmwert moderner Verglasungen ist so gut, dass die äußere Scheibenoberfläche von innen nur sehr wenig erwärmt wird. Unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen (direkte Wärmeabstrahlungs-Verbindung ins klare All, bestimmte Außentemperatur und Luftfeuchte) kühlt die äußere Scheibe unter die Taupunkt-Temperatur ab und es kommt zu Kondensation. Der Scheibenrand-Bereich ist kondensatfrei, weil dort mehr Wärme über den Glasrandverbund nach außen geleitet wird. Version 5.0/2018 28

Kondensat außen ist ein Glas-Wärmedämm-Qualitätsbeweis. Abhilfe schaffen Beschattungs- Systeme. 1.17.10.4 Im Bereich Fenster-/Wandanschluss: Lt.- ÖNORM B5320 hat der Bauanschluss innen luftdicht, außen wind- und schlagregendicht zu erfolgen. Dazwischen muss eine Wärmedämmung eingebracht werden. Weiters sind Wärmebrücken von der Außenwand/Laibung zur Innenwand/Laibung durch äußeres Dämmen zu verhindern. Somit kann es im Anschlussbereich nicht zu Kondensation kommen. 1.17.10.5 Bei Bodenschwellen: Aufgrund konstruktiver Erfordernisse sind Haus- und Balkontürschwellen, sowie barrierefreie Schwellenausführungen hinsichtlich Kondenswasserbildung ein wärmetechnischer Schwachpunkt. 1.17.11 Lüftungsarten – Lösungen 1.17.11.1 Stoßlüftung: Der gesamte Luftmengen-Austausch erfolgt in kurzer Zeit bei voll geöffneten, möglichst gegenüberliegenden Fenstern. Anschließend wird die kalte Luft durch die wärmespeicherfähige Bausubstanz rasch erwärmt. Für eine wirksame Feuchteabfuhr muss die Stoßlüftung mit dazwischen liegenden längeren Aufwärmphasen täglich mehrmals wiederholt werden, vor allem zu Beginn der kalten Jahreszeit, um die nur langsam abtrocknenden Einrichtungs- und Kleidungs-Stücke sowie Betten auf ein niedrigeres Feuchteniveau zu bringen. Je kälter die Außenluft ist, desto größer ist der Trocknungseffekt beim Lüften. 1.17.11.2 Mechanische Lüftungssysteme: Wenn die Stoßlüftung nicht genügt, bzw. nicht in ausreichendem Maße zu gewährleisten ist, kann der notwendige Luftwechsel auch zentral oder dezentral über gesteuerte Ventilatoren - möglichst in Verbindung mit Wärmerückgewinnung - erfolgen. Dabei ist auf eine fachgerechte Anordnung und Einstellung – druckneutral, eher Unterdruck, Überdruck unbedingt vermeiden – entsprechend der Herstellerrichtlinie zu achten. Version 5.0/2018 29

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